Aaron Rose

CULTS

September 19 until October 05, 2013

Vernissage: September 18, 18 – 21

„In Los Angeles ist Starkultur ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Ich bin kürzlich in ein Atelier nahe des Hollywood-Zeichens gezogen. Als ich dort an meinen neuen Werken gearbeitet habe, hörte ich ständig Polizeisirenen, die die Touristen dazu aufforderten, sich dem Hollywood-Schild nicht zu nähern. Dieser Umstand stimmte mich nachdenklich und ich begann mich zu fragen, was es ist, dass eine Person dazu bringt die Gefahr einer Verletzung oder Inhaftierung in Kauf zu nehmen, bloß um ein einfacheres Konstrukt aus Metall und Holz zu berühren.  Es scheint, als verkörpere dieses Zeichen etwas Größeres im Leben. Etwas, das Ruhm, Talent und Träume widerspiegelt... den Kult der Prominenz. Dieser Gedankengang ließ mich anfangen über das Phänomen „Kult“ nachzudenken.

Kalifornien hat eine lange Geschichte in Hinblick auf Kulte. Von Merry Pranksters über Charles Manson bis hin zu Jim Jones, diese Kultur ist weitreichend. Aber es sind nicht diese Kulte, mit denen ich mich primär befasst habe, da diese Phänomene bereits unzählige Male in der zeitgenössischen Kunst thematisiert wurden und ich nichts unnötig wiederholen möchte. Vielmehr interessiere ich mich für den Kult von Persönlichkeiten, speziellen sozialen Gruppierungen, Glaubenssystemen, Liebe, Akzeptanz und Erfolg. Genau diese Dinge sind es, die Menschen dazu bewegen, Leben und Gesundheit zu riskieren, nur um das Hollywood- Zeichen zu berühren. Und genau das ist es, was mich fasziniert.

Während ich darüber nachdachte wurde mir klar, dass wir von Kulten umgeben sind und sie überall im Alltag vorkommen. Auch wenn dieser Terminus bei einigen negativ behaftet ist, stehe ich dem Begriff positiv gegenüber. Enge Freunde, andere Künstler, Musiker, Filmemacher und sogar die Beziehung zu meiner Frau sind alles Kulte. Die Werke in der Ausstellung „Cults” widmen sich diesen Gruppen, wobei anstatt von traditioneller Bildsprache graphische Elemente verwendet werden, um graphische Portraits zu produzieren. Diese Elemente beinhalten Hand-Lettering, Symbolismus und Zahlensymbolik, sowie vielfältige Bestandteile der Vintage Clip Art und simple Formen.

Über viele Jahre hat meine künstlerische Arbeit den Gebrauch von graphischen Elementen beinhaltet und üblicherweise nicht-repräsentative Formen in einer Art und Weise ausgestaltet, dass die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur miteinander verschmelzen. Dabei habe ich meine Kunst fast ausschließlich auf Alltagsobjekten angewendet, da mir die Vorstellung von einer sterilen Leinwand nicht behagte. Wie auch immer, während der vergangenen Jahre habe ich diese Einstellung neu überdacht und angefangen Wandgemälde zu kreieren. Dies wird meine erste Einzelausstellung sein, bei der diese Werke ausgestellt werden. Kunst ist so viel mehr als die Summe von Teilen einer Konstruktion. Gute Kunst ist nicht nur erfolgreich aufgrund ihres Motivs, sondern auch aufgrund des Kultes der dieses Werk umgibt und ihm Bedeutung verleiht.

Der Umstand, dass dies die finale Ausstellung in der ursprünglichen Location der Circle Culture Gallery sein wird, berührt mich sehr. Meine Ausstellung ist ein Tribut an alle Künstler, Galerie-Mitarbeiter, Sammler und Fans, die ebenfalls viele Stunden in der Gipsstraße verbracht haben. Eine ganze Gemeinschaft von Menschen, die sich dem außergewöhnlichen Kult namens Kunst verschrieben haben.”

Aaron Rose



In Los Angeles, the culture of celebrity practically runs in the water supply. I’ve recently moved to a studio space directly below the Hollywood sign. As I’ve been working on this new body of work, I constantly hear police sirens going off warning tourists to stay away from the sign. This got me wondering about what it is exactly that would compel a person to risk injury and arrest for the chance to get next to and touch a very simple structure of metal and wood. The sign promises something, an association with something larger than life. Something that represents stardom, talent, dreams…the cult of celebrity. It was this that got me thinking about the idea of cults.

California has a long history with cults. From the Merry Pranksters, to Charles Manson, to Jim Jones, this culture runs deep. But it is not these cults that I have been contemplating so much. Those groups have been mined over and over in contemporary art and I am not interested in rehashing. I’m thinking more about the cults of personality, the cults of particular social groups, the cults of belief systems, cults of love, cults of acceptance, cults of success. This is what drives people to risk life and limb to touch the Hollywood sign. This is what interests me.
 
In thinking about this I’ve realized that there are small cults all around me, and in all of our daily lives. While to some, this word might evoke a negative connotation, I feel quite differently. My close friends, other artists, musicians, filmmakers and even my relationship with my wife are all CULTS. The works in this show pay tribute to these groups, using graphic elements rather than traditionally representational imagery to produce graphic portraiture. These elements include hand-lettering, symbolism and numerology, various pieces of vintage clip art and simple shapes.
 
For many years my artistic practice involved the use of graphic elements, usually non-representational forms executed in such a way as to blur the lines between high and low cultures. I almost exclusively painted on found objects as a way of literally going to war with the idea of a canvas. However, over the last year I’ve reassessed this idea and have begun creating wall works. This will be my first solo exhibition where these works are shown. Art is much more than the sum of the parts of its construction. Great art succeeds not just because of the image, but also as the result of the cult that surrounds it and gives it meaning.
 
Being that this will be the final exhibition at Circle Culture Gallery in its current location, I cannot think of a more touching sentiment. My exhibition is a tribute to all of the artists, gallery staff, collectors and fans who have passed through those doors on Gipsstraße. An entire community of people dedicated to this strange cult that we call art.

Aaron Rose